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Der Vorgang der Fliesenlegung

Klebetechnologie

Vorbereitung

Die Fliesenlegung nennt man heute lieber Kleben. Dessen Grund ist eindeutig, dass wir zum Zusammenbinden der Platten und des Bodens im Allgemeinen im Werk vorgemischte pulverförmige Klebstoffe benutzen. Diese Klebstoffe soll man nur mit reinem Wasser, bzw. in bestimmten Fällen mit einem mit dem Klebstoff verpackten flüssigen Zusatzstoff gemischt werden. Mit dieser Methode kann die Fliesenplatte mit wenig Materialanwendung, schneller und mit großer Sicherheit auf die entsprechend vorbereitete Oberfläche geklebt werden.

Die im Handel heute erhältlichen Fliesen ähneln sich in ihrer Materialzusammensetzung, Größe, physischen Eigenschaften den früher verkäuflichen kaum. Eben deshalb ist die genaue Auswahl des dem Boden, der Platte und den Nutzungsbedingungen am liebsten entsprechenden Klebstoffes und Fugenmaterials sehr wichtig.

Vorbereitung

Im Falle vom normalen Beton oder einer verputzten Wand soll man die Oberfläche gründlich entstauben. Wenn es auch ein Bodenausgleich besteht, – so ist das Kleben einfacher und leichter – soll man die vorgeschriebenen Trocknungszeiten immer einhalten.

Die Auswahl des Klebstoffes

Die Aufgabe soll genau bestimmt werden, was, wohin, unter welchen Umständen wir kleben möchten. Es ist wichtig zu klären, wie die Benutzungsumstände sind (normale oder stärkere Belastung).

Die Aspekte der Auswahl können also sein:

  • Wand-, oder Bodenbelag
  • innerhalb oder außerhalb des Gebäudes
  • neue Oberfläche oder alter, vorhandener Belag
  • gibt es Bodenheizung im Raum
  • was für ein Material hat die ausgewählte Platte
  • Wohnzimmer oder Nasszelle
  • geht es um Beckenbelag

Von den verschiedenen Aspekten ist immer der stärkere bestimmend. Deshalb darf z.B. das Feinsteinzeug im Innenraum mit keinem sog. „Fliesenkleber für Innenräume” geklebt werden, weil das Feinsteinzeug eine sehr niedrige Wasseraufnahme hat, – nur einige Prozente – und der Fliesenkleber darf nur zu den sog. Saugplatten angewendet werden.

Der „frostbeständige Kleber” ist auch eine missverständliche Bezeichnung, und kann die Quelle von viel Ärger sein. Es ist zum Kleben von frostbeständigen Platten im Innenraum oder in Räumen mit niedriger Temperatur – z.B. ungeheizte Kammer – gut anzuwenden, darf aber zum Belag von z.B. Außenterrassen nicht angewendet werden.

Zu dieser Aufgabe ist ein flexibler Kleber nötig, der auch die Bewegungen wegen extremen Wärmeschwankungen aufnehmen kann. Denken wir an einen plötzlichen Schauer in der Sommerhitze, der den erhitzten Belag innerhalb einiger Minuten um mehrere zehn Grade abkühlen kann.

Die Kleber haben größtenteils „Dünnbettung”, die bedeutet, dass die Dicke der endgültigen Klebeschicht unter der Platte in einer Schicht aufgetragen max. 5 mm dick sein darf. Wenn es wegen der Unebenheit der Oberfläche nicht genug ist, kann man von zwei Lösungen wählen: man trägt Bodenausgleichsmasse auf, oder wählt einen Kleber mit dicker Bettung, mit dem die Dicke der Klebeschicht bis zum max. 20 mm erhöht werden kann.

Das Kleben und das Fuge

Der  eingerührte Klebstoff soll in einer gleichmäßigen Dicke, mit einem zackigen Spachtel auf die Oberfläche aufgetragen werden, und dann die Platten mit kleinen Klopfen einstellen. Außen soll auch die Rückseite der Platten beschmieren werden, was die Arbeit verhältnismäßig verlangsamt. Es kann mit der Benutzung eines Klebers mit flüssiger Bettung vermieden werden, mit der das nötige fugenlose Kleben gesichert werden kann

Man soll die auf dem Sack befindlichen Mischungs-, und Verarbeitungsvorschriften immer einhalten, damit der Klebstoff bietet, was man von ihm erwartet

Einige der vom MAPEI hergestellten Klebstoffe

KERABOND: allgemeiner frostbeständiger Kleber mit ausgehobener Qualität mit sehr guter Adhäsionskraft
ADESILEX P9: flexibler Kleber auf Bodenheizung, Gipskarton, zum Kleben vom Feinsteinzeug
KERAFLEX: beim Kleben von vorhandenen Bodenplatten, beim Beckenbelag
PLANOBOND: Klebstoff mit flüssiger Bettung zu Terrassen, zum äußeren Ausgleich
ADESILEX P4: zu den dem Planobond ähnlichen Gebieten, wenn man schnell arbeiten soll
GRANIRAPID: Schnellbindender Kleber mit zwei Komponenten, es ist zu Marmor-, und Granitplatten zu empfehlen

Die Auswahl des Fugenmaterials

Beim MAPEI halten wir das Fugenmaterial, als sichtbares Hilfsmaterial sehr wichtig. Bei der Auswahl soll außer den technischen Parametern auch den ästhetischen Ansprüchen entsprochen werden.

Das KERACOLOR Fugenmaterial entspricht bei jedem Ort, wo die Flexibilität keine Anforderung ist. Es ist in 10 verschiedenen Farben erhältlich, nach der Aushärtung ist es frostbeständig.
Das ULTRACOLOR ist ein flexibles, es ist in 26 verschiedenen Farben erhältlich schnellbindendes Fugenmaterial, das ein Fugen ohne Flecken und Ausschlag sichert.
Das MARMOCOLOR empfehlen wir zu Natursteinen und Belägen mit geschlossenen Fugen
Das KERPOXY soll bei chemisch belasteten Oberflächen benutzt werden, es ist in den Farben der ULTRACOLOR erhältlich.

Das Fugen

Das Fugenmaterial mit dem Mischwasser von vorgeschriebener Menge wird in die gereinigte Fuge eingearbeitet, und nach der nötigen Trocknungszeit wird die Oberfläche mit Wasser abgewaschen, und das gewünschte Fugenbild ausgestaltet. Das KERACOLOR wird am nächsten Tag völlig ausgehärtet, während der ULTRACOLOR Schnellbinder ist, und schon in 4 Stunden ist die fertige Oberfläche begehbar. Im Interesse der einheitlichen Farbenwirkung und des Anblicks sollen die Vorschriften maximal eingehalten werden.

Wie zu sehen ist, ist die Lösung der technischen Probleme nicht einfach. Das MAPEI kann als Ergebnis der ständigen Entwicklungen dem Ziel und den Ansprüchen entsprechend jede vorkommende Frage beantworten, damit der fertige Belag lange Zeit, fehlerfrei die Ansprüche des Auftraggebers dienen kann.